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Projekt-Seminar
des Reichsstadtgymnasiums erhält Förderpreis der bayerischen
Wirtschaft
Artenvielfalt am Endseer Berg
Der 16. Dezember 2009 war ein aufregender Tag für
Elisabeth Ströbel und Anika Rieß aus der 11. Jahrgangsstufe des
Reichsstadtgymnasiums in Rothenburg ob der Tauber.
In einer Feierstunde nahmen sie an diesem Vormittag, stellvertretend
für alle Schülerinnen und Schüler ihres Projektseminars, den mit
500€ dotierten Förderpreis entgegen, den ihnen Kultusminister Dr.
Ludwig Spaenle im Beisein zahlreicher hochrangiger Vertreter der
bayerischen Wirtschaft und Institutionen wie auch der Ministerialbeauftragen
überreichte. Der Förderpreis wurde von der Vereinigung der
Bayerischen Wirtschaft (vbw), der Eberhard von Kuenheim-Stiftung und
dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft in Abstimmung mit dem
Kultusministerium verliehen. Neben dem Kultusminister zeichneten
deshalb auch vbw-Hauptgeschäftsführer Betram Brossardt, Carl
August Graf von von Kospoth, geschäftsführender
Vorstand der Eberhard von Kuenheim-Stiftung,
und Günther Goth, der Vorstandsvorsitzende des Bildungswerks
der Bayerischen Wirtschaft, die
Preisträger aus.
Begleitet wurden Elisabeth Ströbel und
Anika Rieß von Herrn
OStD Anton Gernert und Frau OStRin
Cornelia Reimann, die das Konzept für das P-Seminar erstellt hatte und für die
Durchführung verantwortlich ist. Ebenfalls mit dabei war auch Herr
Erich Oberfichtner, der Werkleiter der Firma Lafarge Gips GmbH, in
deren Auftrag die Schülerinnen und Schüler in den nächsten
eineinhalb Jahren tätig sein werden. In diesem Zeitraum werden sie
eine Broschüre erstellen, in der die außergewöhnliche Pflanzen-
und Tierwelt dargestellt wird, wie man sie im renaturierten Gelände
des Endseer Berges antreffen kann. Die
Firma Lafarge baut hier Naturgips im Tagebau ab und wünscht sich
einen dreisprachigen Text mit Bildmaterial, der vor dem Hintergrund
angestrebter Nachhaltigkeit und Biodiversität die erfolgreiche
Symbiose von Industrie und Artenschutz dokumentiert und sich dabei
auch an ein jüngeres Publikum wendet.
Das Projekt verlangt den Schülerinnen und Schülern viel
Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein ab, soll aber gerade
durch seinen Ernstcharakter die so wichtigen Schlüsselqualifikationen
fördern. Auch für die betreuenden Lehrkräfte bedeuten die
Projektseminare eine Herausforderung, denn das Motto lautet „Der
Weg ist das Ziel“.
Vermitteln soll die Lehrkraft hier wichtige
Basisfertigkeiten, wie
zum Beispiel Teamfähigkeit, Konfliktbewältigung und
Arbeitsplanung. Gleichzeitig soll sie den Jugendlichen aber ein Höchstmaß
an Entscheidungskompetenz und Eigenverantwortung sowie möglichst
viel Spielraum bei der Planung und Durchführung überlassen. Nicht
das Produkt ist das Ziel, sondern der Arbeitsprozess selbst, in
dessen Verlauf die Schülerinnen und Schüler dem Erwachsensein ein
gutes Stück näher kommen und ihre Studierfähigkeit verbessern
sollen.
In seiner Rede zur Preisverleihung würdigte
Kultusminister Dr. Spaenle denn auch diese Aspekte der P-Seminare,
als er sagte: „Das Gymnasium öffnet sich mit ihnen nach außen,
um Schülerinnen und Schülern mit kreativen Ideen realistische
Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen“. Es zeige einmal
mehr, dass das Gymnasium kein Elfenbeinturm sei, sondern die Schülerinnen
und Schüler solide auf
Studium und Beruf vorbereite.

„In
der Oberstufe konzentrieren wir uns noch stärker auf die
Kernkompetenzen“, betonte Minister Spaenle mit Blick auf die
Anforderungen von Gesellschaft und Wirtschaft an Absolventen der
Gymnasien. Und er ergänzte: „Die Studien- und Berufsorientierung
haben wir systematisch in die Oberstufe integriert, z.B. durch die
P-Seminare.“
Minister Spaenle nutzte die Gelegenheit, den Vertretern von
Unternehmen und Einrichtungen zu danken, die den Schulen bei den
P-Seminaren als Projektpartner zur Seite stehen. Er dankte auch den
Lehrkräften für ihren Einsatz und ihre Kreativität, die sie in
die Projektseminar einfließen lassen.
Im Anschluss an die Preisverleihung lud ein Buffet alle Gäste zu
Speis und Trank sowie zu ungezwungenem Gedankenaustausch ein.
Das Projekt-Seminar um die Artenvielfalt am Endseer Berg
hat mit diesem Ereignis weiter an Reiz gewonnen und Sorgen um die
Finanzierung nötiger Ausgaben brauchen sich die Schülerinnen und
Schüler dank des Preisgeldes auch nicht mehr zu machen.
Die eigentliche Arbeit an der Broschüre hat zwar gerade
erst begonnen und bis zur druckfertigen Vorlage ist es noch ein
weiter Weg, aber gerade dieser Weg ist ja das Ziel aller P-Seminare:
Ein besserer Start als der Förderpreis ist dabei wohl kaum
vorstellbar.


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